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Kunstwerk des Monats Dezember 2022

  

Berit aus der 9c zeichnet ein Selbstporträt zum Thema „Wer bin ich und wenn ja wieviele?“

Die Schüler*innen und Schüler der Klasse 9c haben sich in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Thema Porträt und im gestaltungspraktischen Bereich besonders mit dem Motiv des Selbstporträts auseinandergesetzt.

Wer bin ich? Wer oder was gehört zu mir oder macht mich aus? Was beschäftigt mich, welche Erinnerungen oder Vorstellungen von mir in der Zukunft habe ich, oder wo liegen meine Interessen, Aktivitäten, sprich: was macht mich und meine Persönlichkeit aus? Sich selbst als Motiv zu haben, kann viele Fragen über sich selbst aufdecken. Diese dann auch noch in eine gestaltungspraktische Arbeit einfließen zu lassen, hat ganz bestimmt einen hohen Schwierigkeitsgrad und Anspruch. Die Schülerinnen und Schüler der 9c konnten innerhalb der Aufgabenstellung mit dem Titel „Wer bin ich?“ selbst entscheiden, wieviel sie von sich selbst preisgeben möchten oder ob sie in Rollen schlüpfen und sich beispielsweise als Comicfigur inszenieren, oder als Person in der Zukunft. Zudem konnten sie auch über das Medium der Darstellung frei entscheiden.

Ausgangspunkt war ein Foto von sich selbst, auf dem die Schülerinnen und Schüler in Frontalansicht zu sehen waren. Diese Fotos wurden in einem ersten Gestaltungsschritt längs halbiert. Eine der beiden Hälften war dann die Basis für die Gestaltungsaufgabe, die darin bestand die nun fehlende Hälfte so zu ergänzen, dass eine andere Seite der jeweils abgebildeten Person dargestellt werden konnte.

Berit Elshof hat eine sehr außergewöhnliche Bildergänzung gewählt: Sie machte ein Foto von ihrem Bruder in einer annähernd identischen Ansicht wie Ihrem, zerschnitt auch dieses Foto längs und ergänzte sowohl ihre Porträthälfte zeichnerisch als auch eine ihres Bruders und fügte sie zu einem Porträt zusammen und das während des Gestaltungsprozess. Bild 1 und 2 zeigen den Entstehungsprozess ihres Kunstwerks.

Das Ergebnis zeigt Berit selbst auf der linken Seite (rotes Shirt) und ihren Bruder auf der anderen Seite (blaues Shirt), wenn man allein von dem handwerklichen Prozess ausgeht. Kennt man den Entstehungsprozess nicht, sieht man ein Porträt einer Person, der man auf den 1. Blick nicht ansieht, dass sie aus zwei verschiedenen Personen besteht. Diesen Eindruck hat Berit einmal durch ihre unglaubliche zeichnerische Präzisionsfähigkeit erzeugt und durch ihr Talent, das abzubilden mithilfe eines Bleistiftes, was sie sieht, bis ins kleinste Detail. Dieser sehr hohe Naturalismusgrad in Berits Zeichnung ist kaum zu übertreffen. Aber auch inhaltlich stellt diese Arbeit eine kreative und beindruckend private Auseinandersetzung und Darstellung mit sich selbst dar: Zwei Personen, Bruder und Schwester, die irgendwie eins sind und untrennbar miteinander verbunden zu sein scheinen.

Die Fachschaft Kunst gratuliert Berit zu dieser gelungenen und mutigen Darstellung und zu ihrem großartigen Talent.

I. Schneider

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