Ob Landschaft oder Porträt, ob Malerei, Grafik oder plastisches Gestalten, der Weg in die Abstraktion, also das Gestalten weg von einer naturnahen Darstellung, kann viele unterschiedliche Wege gehen. Wie facettenreich und kreativ Schülerinnen und Schüler mit dieser Darstellungsform umgehen, zeigen die Kunstwerke des Monats April, Mai und Juni.
April: In der EF beschäftigen sie die Kunstkurse mit dem Genre der Landschaftsmalerei. Dabei lag ein Schwerpunkt auf der Thematik „Sehnsuchtsorte“. Wie befassten sich Künstler der Romantik wie C.D. Friedrich mit diesem Thema und wie im Vergleich dazu Impressionisten wie Claude Monet? Wie sehen für uns heute Sehnsuchtsorte aus? Diesen Fragen wurde nachgegangen, wobei vor allem letztere in das künstlerische Projekt der Darstellung des persönlichen Sehnsuchtsortes mithilfe der Landschaftsmalerei mündete. Joos Robert wählte als Referenzbild ein Urlaubsfoto, eine Meereslandschaft mit Blick auf das Festland. Aufgabe war es mithilfe von Spachtel, Acrylfarben und dem Verzicht auf eine sehr naturnahe Darstellung seinen persönlichen Eindruck des gewählten Ortes zu vermitteln. Joss wählte den Moment, in welchem die Gischt einer Welle an das Boot hochspritzt, vom welchen der Blick über das Wasser hin zu einer Bucht gelenkt wird. Wir finden eine sehr gelungen malerische Leistung, die von den vielfältigen Malspuren der eingesetzten Spachtel und dem Einsatz von Spritztechnik lebt.
Mai: Das Thema „Wege in die Abstraktion“ bildet ebenfalls in der Jgst. 10 eine wichtige Rolle. In der 10c und in der 10d wurden unterschiedliche Kunstwerke aus unterschiedlichen Epochen besprochen. Anschließend sollten sich die Schülerinnen und Schüler mit einem Werk ihrer Wahl mit Hilfe einer Abstraktionstechnik in ein neues Bild umwandeln. Tim Kuiper aus der 10d wählte eine pointilistische Darstellungsform, um das Bild des Mannes mit dem Apfel von Rene Magritte zu abstrahieren, Florian Dröge und Lasse Thissen aus der 10c wählten eine flächen- und comichafte Darstellung des Abendmahls von L. da Vinci und der großen Welle von Hokusai, Magda Gouterney aus der 10d und Megan Spencer aus der 10c wiederum nutzen die Aufsplittung naturnaher Formen in viele kubistische Formen gepaart mit großen Flächen um die Werke das blaue Pferd von Franz Marc oder Frau in Rot neu zu interpretieren.
Alle 5 Werke zeigen eine gekonnte Auseinandersetzung mit den gewählten Techniken und Werken.
Juni: Im Werk der Künstlerinnen Anna Keuthage und Lisa Haselmann aus der 5b geht es um die Darstellung einer Sportart, in Form von „drahtigen SportlerInnen“, aus alten und gebrauchten Materialien, die in einen neuen Kontext gesetzt zu einem Kunstwerk werden. Alte Pappe, Stoff, Papier und Pfeifenputzer wurden hier so umfunktioniert, dass die BetrachterInnen zwei Sportlerinnen an einer Kletterwand sehen, und das im spannensten und schwierigsten Moment, kurz vor dem Erklimmen eines Überhanges. Dieses detailreiche und sehr stabile Werk besticht vor allem durch seine Stabilität, Präzision und Komposition. Eine phantastische Leistung.
Wir gratulieren allen Schülerinnen und Schülern zu ihren ausdrucksstarken und technisch gekonnten Werken!
I. Schneider für die die Fachschaft Kunst



